siehe auch WOZ:
Leitungswasser nur fürs WCIm Geschäft mit Flaschenwasser in Entwicklungsländern verzeichnet Nestlé heute zweistellige Zuwachsraten. Wichtigster Faktor ist dabei «Pure Life», das von Nestlé in vielen Ländern mit aggressiven Werbemethoden eingeführt wurde. Ein Fokus des Films liegt deshalb auf den Folgen der Einführung von Pure Life in Pakistan und Nigeria, ein anderer auf dem US-Geschäft mit der Marke Poland Spring.Ein besonderer Dreh dabei sei, dass Nestlé in den USA 2009 Pure Life speziell für die hispanische Bevölkerung auf den Markt gebracht habe, «weil sich viele von ihnen Poland Spring nicht leisten können», sagt Schnell. Das Absurde daran: Nestlé kauft für Pure Life ganz normales Leitungswasser und filtert es in seinen Fabriken – was eigentlich Aufgabe der kommunalen Trinkwasserversorgung wäre. «Als Folge davon erhält die Trinkwasserversorgung kaum noch öffentliche Gelder.» Da die Leute Leitungswasser oft nur noch zum Kochen, Waschen oder für die WC-Spülung benutzten, sähen sie den Bedarf nicht, die Leitungen zu sanieren, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Dies führe zu einer schleichenden Erosion des Bewusstseins, wie wichtig der Service public sei. «Aber genau hier wird es in Zukunft gigantische Investitionen brauchen.»Fast zeitgleich mit dem Start des Films fand am Bezirksgericht Lausanne eine weitere Runde des Zivilverfahrens im Fall «Nestlégate» statt. Dabei stehen Nestlé und die Sicherheitsfirma Securitas vor Gericht, weil sie ab 2003 die globalisierungskritische Bewegung Attac bespitzeln liessen. Der Skandal wurde 2008 aufgedeckt.
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