Seit gut einem Jahr verfolge ich die Mietangebote auf dem Stuttgarter Wohnungsmarkt. Obwohl ich mich aktuell in der glücklichen Lage befinde, mietfrei in einer kleinen Dachmansarde wohnen zu können, hatte ich doch gehofft, mich in absehbarer Zeit wieder aus diesem Abhängigkeitsverhältnis lösen zu können und die Mansarde wieder frei zu geben, für andere Familienmitgieder. Also wenn mir irgendwann mal wieder ein geregeltes Einkommen zufließen sollte, mit welchem ich meine Kinder ernähren kann. Zudem ich ja schon für die Miete eines meiner Kinder in einer anderen Stadt aufkommen muss, weil der BAföG-Antrag aus nicht nachvollziebaren Gründen abgelehnt wurde. Das Kind solle sich ans Jobcenter wenden, hieß es. Ich verzichte hier jetzt auf weitere Erklärungen, warum wir diesem Angebot nicht nachkommen wollten.
Soweit so schlecht - während ich im letzten Jahr noch einige wenige, realistische Mietangebote finden konnte, sieht es seit dem Verkauf der LBBW-Wohnungen nun ganz finster aus.
Das ist der Lauf der Dinge, der Markt, auch in einer kleinen Stadt wie Stuttgart, wo sich die Politiker besonders aufspielen, seit Investoren die Macht über Lebensräume übernommen haben. Wer nicht viel Geld hat und keine Immobilie, hat alle Chancen, aus der Stadt hinausmodernisiert zu werden. Zurück bleiben „Zukunft“ und „Fortschritt“ mit Stuttgart-Adressen wie Think K, Pariser Platz, Milaneo,schreibt heute Joe Bauer in seiner unverzichtbaren Kolumne in den Stuttgarter Nachrichten, deren Lektüre ich hiermit allen LeserInnen an Herz lege möchte. Ich jedenfalls will mir ein Leben in dieser Stadt ohne Joe Bauer nich ausmalen müssen! Möge die Kraft mit ihm sein und ihn niemals verlassen!
Nachtrag: Und hier noch ein paar passende Bilder vom Tage : Frühlingserwachen in S-City
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