http://www.imi-online.de/2012/04/02/solidaritat-mit-der-zelle/
Es ist die erklärte Strategie Deutschlands und der Europäischen Union, zum “wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Wirtschaftsraum” (Strategie von Lissabon) der Welt zu werden. Die Ressource, die hierfür möglichst umfangreich und effizient ausgebeutet werden soll, ist der Mensch, der nur noch als “Humankapital” wahrgenommen wird. Er soll so lange und billig wie möglich arbeiten und – um eine möglichst hohe Produktivität zu erzielen – zugleich lebenslang lernen. Seit Jahren erleben wir vor diesem Hintergrund eine immer deutlichere Ausrichtung der Bildungssysteme auf wirtschaftliche Verwertungsinteressen verbunden mit einem stetig steigenden Druck: Mehr Leistung muss in kürzerer Zeit erbracht werden. Zugleich findet eine Privatisierung und Kommerzialisierung öffentlicher Räume statt. Mit staatlicher Förderung werden Überwachungssysteme entwickelt und installiert, die im Grunde jede ökonomisch nicht produktive Handlung im öffentlichen Raum als verdächtiges Verhalten registrieren und protokollieren. Gesellschaftliche Aktivitäten, die nicht auf die Verbesserung der persönlichen Durchsetzungsfähigkeit im globalen Markt abzielen, werden als politisch suspekt in Datenbanken vermerkt und nicht selten auch kriminalisiert. Was nicht der Zirkulation des Kapitals dient oder dieser im Wege steht, wird als Bedrohung wahrgenommen bzw. definiert. Gerade die Jugend, die sich in der Vergangenheit Freiräume erkämpft hat und der solche teilweise auch zugestanden wurden, rückt zunehmend in den Fokus dessen, was sich in einer immer größeren Überschneidung von Sozial- und Sicherheitspolitik ausdrückt. Ein großer Anteil oder auch nur die sichtbare Präsenz junger Menschen wird nicht nur in afrikanischen und arabischen Staaten, sondern auch in französischen Vor-, deutschen Groß- und schwäbischen Kleinstädten als Gefahr, als Bedrohung stilisiert und in einer Mischung aus Repression und fürsorgender Zurichtung bekämpft. >>>weiterlesen auf IMI
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