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Diese Halfpipe ist nämlich nach Auffassung der Marketing-Adepten gar keine Halfpipe, sondern ein Kunstwerk (was sie naürlich auch ist aber nicht nur!). Und die Sakter sind in diesem Fall dann auch gar keine Skater, sondern Statisten, die in diesem Kunstwerk verramscht werden, wohl ohne es zu merken. Es ist nämlich so, dass das Marketingkonzept den Skatern mitnichten eine freie und uneingeschränkte Nutzung dieser schwungvollen Großskulptur gestattet, nein es wurde ein Wächter installiert (vermutlich ein Ein-Euro-Jobber aus der Generation 50+, welchem die "Agentur" diese gemeinnützige Tätigkeit (zwangs)-vermitteln konnte) der zu den gegebenen Öffnungzeiten:
Montag bis Mittwoch von 10 bis 13 Uhr und 14.30 bis 19 Uhr. Samstags von 14.30 bis 18 Uhr. Mit Inlineskates und Skateboards: Dienstag und Donnerstag von 14.30 bis 19 Uhr. Freitags und sonntags von 10 bis 13 Uhr und 14.30 bis 19 Uhr. Zugang zur Plattform für Fußgänger: täglich von 13 bis 14.30 Uhr.
hier die Stellung halten muss.
So wird dann eben aus einer Halfpipe, ein urbaner Fake und der Skater zum Marketing-Objekt einer Stadt, die schon lange nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
Und der 2002 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene Schöpfer der Rampe, Michel Majerus, wird vermutlich im Grabe bzw. Jenseits routieren, sollte ihm dort zugetragen werden, was hier mit seinem Werk getrieben wird.
Einen wichtigen Schritt seine Malerei dreidimensional werden zu lassen, unternahm Majerus 2000 auf Einladung von Udo Kittelmann im Kölnischen Kunstverein. Dort führte er auf der Oberfläche einer Halfpipe das mit 455 m² größte seiner Bilder unter dem Titel „if we are dead, so it is“ aus. Die während der Dauer der Ausstellung von Skatern häufig besuchte Halfpipe war bedruckt mit Textfragmenten wie „fuck the intention of the artist“, sowie mit sich über einander lagernden Ovalen, die ebenso schwungvoll wirken, wie die Bewegungen der Skater. Daneben verwendete Majerus Motive aus unserer Konsumwelt wie beispielsweise eine zerbeulte Bauhaus-Tüte oder eine verknickte Smarties Schachtel.PS. der Freund meiner Tochter ist übrigens auch Skater, und einer der's kann. Der fetzt hier mit seinem Longboard in Lichtgeschwindigkeit den Killesberg runter bis vor die LBBW-Zetrale, kurvt dann an der "New Library" vorbei, jumpt auf die Brücke u. rollt dann direkt in der Türlenstraße in die U5 und lässt sich von dieser wieder auf den Berg schieben. Vermutlich steht der hier auch schon längst auf der schwarzen Liste, genau wie alle anderen, die's vielleicht noch nicht ganz so gut drauf haben wie er und die in den Bankenschluchten rund um den Myländer Platz, den City-Boys auf dem Weg zu ihren Spe(ku)lunken Angst u. Schrecken einjagen
PPS. um etwaigen Mistverständnissen zuvorzukommen: Die Rampe ist naürlich ein Kunstwerk, dieses wird hier m.E. aber doch in einer sehr heuchlicherischen Weise in Szene gesetzt. Von der tatsächlichen Rückwärtsgewandheit dieser Stadt wird hier doch wieder nur abgelenkt, eine Stadt die es sich zur Hauptaufgabe gemacht hat, alles u.jeden der nicht in ihre Modernitäts-Simulation passt, zu kriminalisieren u. auszugrenzen, eine Stadt, in der es bald überhaupt keine unkontrollierten Lebensbereiche mehr geben wird. Stiefmütterchen hinter Glas, Casinos hinter Spiegelglas. Fehlt nur noch ein öffentliches Osterbällchenbad, in welchem die gestressten Shopper dann ihre Kleinen von Ein-Euro-Erzieherinnen (im Häschenkostüm) betreuen lassen können.
und noch ein kl. Nachtrag hier:

Hihi, Lass meinen Sohn, - seine Kumpels, und den Freund deiner Tochter das mal antesten. Danach, - ist das eine Ruine. Eine Kunstruine sozusagen. Bekommt man unter Fluxus, dann auch wieder als reales Kunstprojekt an die/den Frau/Mann verkauft ;-)
AntwortenLöschenes muss natürlich "fürs leibliche wohl" ^^heissen - dass ich hier aber auch noch nichtmal meinen eigenen senf editieren kann, nervt mich doch tägl. aufs neue!
AntwortenLöschenallerdings könnte man den "Aufdruck" des Kunstwerks ja durchaus Ernst nehmen und in die Tat umsetzten: "Fuck the intention of the Artist!" das Ass im Ärmel "If we are dead, so it is" muss dabei ja nicht unbedingt ausgespielt werden...
AntwortenLöschenOccupy Halfpipe
AntwortenLöschenGute Idee. Vor allen Dingen, - zeitgemäß.